Bodensee-
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Donnerstag, 26. Mai 2016

Wasserburg am Bodensee, wie es früher einmal war


Das über 400 Jahre alte Malhaus mit seinem geschwungenen Giebel ist eines der prägenden Gebäude auf unserer schönen Halbinsel. Das Malhaus hat nichts mit Malen zu tun, es war die Gerichtsstätte der Fugger und Schauplatz zahlreicher Hexenprozesse.
Heute ist es Sitz des Heimatmuseums (inkl. der düsteren "Hexen"zellen). Thema der diesjährigen Ausstellung: Heimischer Obstbau. Und siehe da - mitten in der Ausstellung schauen mich auf einem Foto meine lieben Großeltern (Opa mit Pfeife, Oma, 3. von links) an samt Vater (unten Mitte) und Tante im Karokleid im Kindesalter.

Das Foto stammt aus den 1940er Jahren. Damals war Obstbau ein Knochenjob: Mit hohen Leitern auf die Hochstämme kraxeln, sackweise das Obst heruntertragen und in Kisten sammeln. Die Kinder mussten unten an den Leitern sitzen, damit sie nicht verrutschen, und natürlich Äpfel auflesen. Das war in meiner Kindheit noch genauso, auch wenn die niedrigen Obstbäume längst die Hochstämme verdrängt hatten.

Übrigens: Im Malhaus begegnet man auch Martin Walser, dem großen Literaten unserer Heimat. Eine Sonderausstellung zeigt seine Schreibmaschine, alle seine Werke, viele Privatfotos u. v. m.

Ein Besuch lohnt sich wirklich.